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Galerie: Kampagnen, die begeistern

Um Kunden mit einer Kampagne zu begeistern, müssen Unternehmen Ideen finden, die zur Erlebniswelt von Kunden und Produkten passen sowie auf originelle Weise Mehrwerte bieten. Die folgenden Beispiele aus ganz unterschiedlichen Marktsegmenten von Automotiven über Nahrung bis zu Versicherungen verdeutlichen dies.


Die ausgewählten Kampagnenbeispiele zeigen deutlich, wie Social Media eine immer größere Bedeutung erlangen. Mit vergleichsweise einfachen Mitteln, aber stets die Zielgruppe emotional und nutzenorientiert ansprechend gelingt es, Kunden zu aktivieren, Multiplikatorpotenziale auszuschöpfen und den direkten Dialog mit Interessenten aufzunehmen.

Besonders kreative Kampagnen, im Rahmen derer Kunden eigene Videos drehen, verdeutlichen, welche Energie Konsumenten für eine Marke aufbringen, wenn ihre Begeisterung für ein Produkt richtig angeregt wird.
  

Ritter Sport: Comeback der "Olympia" 

Nachdem Ritter Sport seine Sorte „Olympia“ vom Markt genommen hatte, erreichten den Hersteller zahlreiche Zuschriften von Verbrauchern, die darum baten, die "Olympia" wieder anzubieten. Diese zuvor von Ritter Sport offenbar nicht wahrgenommene Begeisterung für das Produkt zeigte Wirkung: Ritter Sport startet eine Kampagne unter dem Motto „Ihr wollt sie zurück. Ihr bekommt sie zurück!“.

Die Kampagne gibt den begeisterten Kunden über Social-Media-Kanäle eine Plattform, die sich für Testimonials, Multiplikation und eine "Olympia"-Community eignet. Die Microsite www.rittersportolympia.de informiert kurz über die Geschichte der Schokoladensorte, bietet einen Blog und Kommentarfunktionen für Besucher sowie einen Videowettbewerb, der zugleich einen YouTube-Kanal befüllt, und weitere Aktionen.

In den Videos können "Olympia"-Kunden ihrer Begeiterung Ausdruck verleihen - kostenlose und glaubwürdige Werbung für Ritter Sport. Alle Videos können von Besuchern der Website oder des YouTube-Kanals bewertet und kommentiert werden. Natürlich gibt es auch eine Fanpage zur "Olympia"-Schokolade bei Facebook. Zusätzlich verschickt der Hersteller auch Mailings an Mitarbeiter und Fans der Marke.

Ergebnis der begeisternden Kampagne: Der Bekanntheitsgrad von Ritter Sport „Olympia“ steigt um 25 Prozent. Die Wirkung der eingereichten Videobeiträge gleich der einer viralen Marketingkampagne. Selbst TV-Sendungen greifen das Thema auf. Zudem kurbelt der Dialog den Abverkauf deutlich an.


DBV: Helden des Alltags 

Als Spezialversicherer für den Öffentlichen Dienst will die DBV, die Deutsche Beamtenversicherung, eine Tochter der Axa-Gruppe, neue Kunden aus der Zielgruppe der fünf Millionen Beamten sowie Arbeiter und Angestellten im Öffentlichen Dienst gewinnen. Eine emotionale Kampagne spricht die Zielgruppe als die wahren Helden des Alltags an, Helden, die dafür Anerkennung verdienen. Die integrierte Kampagne folgt dem Motto: „Sie geben alles. Wir geben alles für Sie.“ und verschafft dem Versicherer etwa 140.000 Neuverträge.


IBM: Erfolg mit "Faktor z" 

Um bestehende Kunden in ihrer Entscheidung für den IBM-Server "System z" zu bestärken, verschickte IBM ein personalisiertes Mailing mit einem formgestanzten Roboter namens „Zed“, der als aufklappbarer Flyer diente. Darin wurde die Zielgruppe aufgefordert, das IBM-Webtool „Follow z“ zu nutzen. Mit diesem Service erhalten Kunden alle Online-Nachrichten – Presseartikel und Blogeinträge ebenso wie Videos – zum Thema „System z“ auf einer Plattform.

IBM-Außendienstmitarbeiter überreichten beim persönlichen Kundengespräch zudem einen Mini-Roboter. Zusätzlich stellte IBM das Webtool auch als iPhone-App zur Verfügung. Die Begeisterung in der Zielgruppe über die Aktion war groß: Mehr als ein Viertel der angeschriebenen Kunden reagierte auf das Mailing und besuchte die angegebene Website des Tools.


Hasbro Deutschland: "Monopoly-Städtewahl"

Die Begeisterung für das Gesellschaftsspiel Monopoly ist ungebrochen – und wird vom Hersteller Hasbro Deutschland immer wieder in interaktiven Kampagnen befeuert. So rief Hasbro zu einem bundesweiten Online-Voting für eine neue Deutschland-Ausgabe auf: Bundesweit kämpften Städte, Bürger und Fans darum, einen der 22 Plätze auf dem Brett zu ergattern. Lokale Medien riefen die Bürger auf, für ihre Stadt zu voten – 600.000 Personen beteiligten sich an dem Wettkampf.

Für die Städtewahl wurde Deutschland in vier Regionen unterteilt, innerhalb derer etwa 10 Städte aufgrund Einwohnerzahl, Bekanntheitsgrad, kultureller Relevanz und geografischer Abdeckung ausgewählt wurden. Vier Wahrzeichen je Stadt standen zur Wahl, von denen das meistgewählte mit einem Bild auf einem der begehrten Monopolyplätze verteten sein sollte.


Hasbro Schweiz: Win A Hotel

Das 75jährige Jubiläum von Monopoly nahm Hasbro Schweiz zum Anlass für einen ganz anderen Social-Media-Wettbewerb: Wer es schafft, auf der Microsite und der Facebook-Fanpage die meisten Freunde für sich abstimmen zu lassen, gewinnt ein Luxushotel für eine Nacht und mit 30 Freunden. Über Online-Banner, Flyer, Newsletter, SMS-Infoservice und Facebook erreichte die Kampagne eine hohe Aufmerksamkeit, die auch generationen verbindet: Ein Mitspieler gewann über 3200 Freunde und warb doch für seine Großmutter, die als Zweitplatzierte mit fast 2000 Stimmen ihren 90 Geburtstag im Luxushotel feiern sollte.


Land Rover Freerider: Regional Sparen 

Um die sprit- und CO2- sparende Stop-Start-Automatik des Land Rover Freelander in einer urbanen Zielgruppe zu bewerben, setzt der Hersteller auf ein individualisiertes Mailing in einer Auflage von 20.000 Postsendungen: Ein Stadtplan des jeweiligen Wohnortes des Empfängers zeigt alle dort befindlichen Ampeln.

An jedem dieser „Hot-Stops“, so das Mailing, kann der Fahrer des Land Rovers Sprit sparen. Das sind zugleich zum Beispiel in Südhessen: "1284 Möglichkeiten, in Frankfurt Geld zu sparen". Die regional abgestimmte Botschaft wusste die Zielgruppe zu begeistern: 434 Empfänger kauften den Land Rover mit der Stop-Start-Automatik. Im Zeitraum der Kampagne konnte Land Rover 835 Freelander absetzen.


Range Rover Evoque: Einführung per Social Media

Um den neuen Evoque, der im Spätsommer 2011 auf den deutschen Markt kommen soll, einer breiten und kommunikativ aktiven Zielgruppe vorzustellen, hat Range Rover bereits Ende 2010 ein Facebook-Profil und einen Twitter-Kanal eingerichtet. Ein YouTube-Kanal folgte. Fotos, Videos, News bietet Range Rover im Social Web, um den Austausch der Community und mit der Marke anzuregen.

Begleitend hat Range Rover im Netz eine virtuelle Stadt eingerichtet: Auf der Site www.evoquecity.de können Teilnehmer virtuelle Wohnungen beziehen, sich treffen und austauschen. Für das iPhone und Android-Handys gibt es unter www.helloevoque.com eine App, die per GPS-Tracking Stadtfahrten aufzeichnen, ein Fahrtenbuch führen und die Route visualisieren kann - mit dem Auto ebenso wie zu Fuß. Die individuellen Routen lassen sich mit der Community teilen und machen die Nutzer zu "City Shapern", unter die sich bereits auch prominente wie Dylan Jones, Henry Holland oder Jessica Schwarz eingereiht haben.


Bang & Olufsen: Gesungener Geschäftsbericht 

Die Begeisterung der Zielgruppe für Musik nutzte der HiFi-Hersteller Bang & Olufsen für ein exklusives Mailing: Besonders interessante Auszüge des Geschäftsberichts des Unternehmens wurden von einem renommierten Opernensemble als Arien, Ouvertüren und Choräle interpretiert und aufgenommen. Sogar der ansonsten eher trockene Zahlen- und Tabellenteil konnte Zuhörer begeistern und machte die wirtschaftliche Markenleistung zum Erlebnis.

Die CD mit dem ersten gesungenen Geschäftsbericht verschickte Bang & Olufsen – in unterschiedlich aufwändig gestalteten Ausführungen – an Aktionäre und Kunden, die sich durchweg begeistert zeigten von der Idee und der Umsetzung der Kampagne. Auch Juroren wusste das außergewöhnliche Projekt zu begeistern: Dia Kampagne gewann Preise zum Beispiel beim DDP, Clio, ADC, Cannes Lions, LIAA und Eurobest.