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Experteninterview

Ralph Klin
Senior Vice President Online Marketing 
der Deutschen Post
über Location-based Advertising als Chance für Unternehmen

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Digitales Dialogerlebnis vor Ort

Dank ortsbezogener Interaktionsangebote sowie lokaler Services und Werbung per Smartphone bereichert Location-based Marketing das Dialogmarketing um neue Wege zur Aktivierung und Bindung von Kunden. Besonders kleine und mittlere Unternehmen sowie große Filialisten können davon profitieren.


Auf den ersten Blick ist Location-based Marketing ein Paradoxon: Unternehmen nutzen den Zugang zum World Wide Web dabei nicht, um ihre Produkte und Dienstleistungen über das Internet weltweit anzubieten, sondern um lokale Zielgruppen direkt vor Ort zu erreichen. 

Auf den zweiten Blick ist dieser Trend jedoch völlig logisch und orientiert sich genau am Verhalten und den Bedürfnissen der Konsumenten. Denn diese suchen heute verstärkt online und mobil, etwa per Smartphone, nach Angeboten und Informationen aus ihrem geografischen Umfeld. Durch lokale Pull- und Push-Dienste können sie auf attraktive Angebote in ihrer Umgebung aufmerksam gemacht werden – perfekt passend zu Ort, Zeit und ihren persönlichen Interessen.
 

Location-based Marketing - ein Definitionsversuch

Der Begriff Location-based Marketing (LBM), der auf einen bestimmten Ort bezogene Marketingaktivitäten bezeichnet, ist zunächst sehr allgemein gehalten und würde damit auch mittelalterliche Marktschreier einschließen, die lauthals um die Gunst der Kunden buhlten. 

Im Zeitalter von mobilem Kundendialog und Social Media meint LBM jedoch ortsbezogene Dienstleistungen, die den Kundendialog über mobile Endgeräte ermöglichen und erlebnisorientierte Interaktion sowie im jeweiligen Kontext relevante Angebote bieten. 
 

Wissen, wo Sie Kunden kontaktieren können

Da heutige Smartphones meist mit GPS-Einheiten ausgestattet sind, lässt sich die Position des Nutzers automatisiert per Global Positioning System (GPS) feststellen und für Informationen zu Angeboten aus seiner direkten Umgebung verwenden - vorausgesetzt, der Anwender hat die entsprechende Funktion freigeschaltet.

Eine einfachere Variante ist das Location-based Advertising, welches lokale Angebote über eine Webseite offeriert, die von jedem abgerufen werden kann - am stationären PC ebenso wie mit dem vernetzten Handy. Die derzeitige Position des Anwenders spielt technisch dabei keine Rolle.
 

Lokaler Digitaldialog in der Praxis 

Die Zielgruppe der LoMoSos, der lokalisierten, mobilen und sozialen Konsumenten, hat bereits eine bedeutsame Größe erreicht. Rund 70 Prozent der 18 Millionen deutschen Smartphone-Nutzer lassen sich von ortsbezogenen Digitaldiensten leiten. 36 Prozent setzen ihr Gerät für Shopping-Apps ein, wie eine Studie von Universal McCann schon Ende 2011 zeigte.

Location-based Marketing bietet vor allem kleinen Firmen und Filialisten bes­te Chancen, ihre Zielgruppen aufmerksamkeits- und servicestark über allgegenwärtige digitale Medien wie Smartphones, Tablet-PCs und Notebooks auf aktuelle Angebote hinzuweisen.

 

   
Sausalitos: Handy-Navigation zur Happy Hour

So führt zum Beispiel die Texmex-Bar Sausalitos Interessenten per Augmented-Reality-Technik ins nächstgelegene Etablissement. Nutzer, die den Sausa­litos-Channel auf dem Junaio-Browser ihres Smartphones öffnen, bekommen in das Livebild ihrer Handykamera Zusatzinfos eingeblendet wie Wegbeschreibungen zum nächsten Restaurant sowie dessen Öffnungs- und Happy-Hour-Zeiten und Sonderaktionen. 
 

Vapiano: Einchecken für Rabatte

Auch die Restaurantkette Vapiano nutzt das standortbezogene soziale Netzwerk Foursquare und will damit die Bindung ihrer Kunden verbessern. Denn wer regelmäßig per SMS, App oder über das mobile Web bei einem Restaurant eincheckt, kann zum „Bürgermeister“ avancieren und bekommt bei jedem Besuch eine Kaffeespezialität geschenkt.
 

GranataPet: Produktprobe am Plakat

Der Tierfutteranbieter GranataPet hat indes unter dem Motto „Check in! Snack out!“ Werbeplakate um ein interaktives Element erweitert. Hundebesitzer konnten sich im Umfeld der Plakatwand per Smartphone bei GranataPet über den Dienst Foursquare einchecken und erhielten dann aus einem direkt am Plakat installierten Dispenser eine Portion Hundefutter gratis.
 

RMV: Multichannel-Service für mobile Kunden

Auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund RMV und die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main haben ihr Marketing um mobile Ortsdienste ergänzt. Fahr­gäs­te können per QR-Code und Near Field Communication (kontaktloser Datenaustausch) per Handy direkt auf das Infoportal gelangen. Dort finden sie die nächsten Haltestellen, den Anschlussverkehr, Sonderfahrpläne und Orte, an denen es mit der RMV-Kundenkarte gerade Schnäppchen gibt. Fahrgästen im Ebbelwei-Expreß werden als Zusatzservice auf dem Smartphone Hinweise und Bilder zu Points of Interest entlang der Fahrstrecke eingeblendet.
 

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