Dialog wird zur Unterstützung im Alltag: Das bedeutet, werbende Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass ihre Zielgruppen mehr Nutzwert erwarten. Produkte und Dienstleistungen müssen den Konsumenten im Alltag konkrete Hilfestellung bei ihren Herausforderungen leisten.
Angebot versus Anstrengung führt zur Auswahlhilfe
Convenience-Angebote, etwa im Bereich der Konsumgüter, und Produkte, die eine effiziente Gestaltung des Alltags ermöglichen, werden künftig also noch wichtiger. Die in den letzten Jahren gewachsene Angebotsfülle sehen viele Menschen zwar als positiv an. Doch gleichzeitig erleben sie eine zu große Auswahl an scheinbar austauschbaren Produkten immer häufiger als anstrengend.
Künftig wird deshalb noch stärker als bisher ein Dialog gefragt sein, den die Konsumenten als verlässlich und vertrauensvoll wahrnehmen – und der ihnen eine glaubwürdige Hilfe bei der Auswahl eines werthaltigen Produkts bietet. Gerade mit Blick auf die Informationsvielfalt im World Wide Web, die viele Konsumenten als unüberschaubar empfinden, kommt dem individuell gestalteten klassischen Kundendialog also eine wachsende Bedeutung zu.
Trendspot: Kontaktmanagement
„Viele Unternehmen besinnen sich auf den systematischen Dialog mit den Kunden, um diese an das Unternehmen zu binden und deren Potenzial auszuschöpfen. Die heutige Medienvielfalt gewährleistet schnelle und umfassende Informationszustellung. Gleichzeitig entsteht die Gefahr der Informationsüberflutung und somit der Wunsch beim Empfänger nach gezielter und relevanter Ansprache.
Diese Entwicklung wird zudem durch die Restriktionen des BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) gestützt, wonach der Werbungtreibende entweder die Einwilligung der Empfänger oder – im Falle von B2B-Werbung – berechtigtes Interesse an der Dienstleistung vorweisen muss. Demnach werden die neuen Tugenden der Kommunikation im effizienten und kundenorientierten Dialogmarketing liegen.“
Ulas Boyaci
Director Sales & Marketing Solutions,
D&B Deutschland, Darmstadt
Mehrfach Vorteile kommunizieren
Werbebotschaften sollten zudem noch umfassender für Konsumenten relevant sein. Denn Verbraucher achten bei der Entscheidung für ein Angebot immer mehr auch auf die Vorteile „hinter“ einem Produkt oder einer Dienstleistung.
Ein Beispiel: Von dem Klubbeitritt im Fitnessstudio verspricht sich der Kunde nicht nur Bewegung und Gesundheit, sondern auch ein sportlich-dynamisches Image sowie den Ausbau von privaten und beruflichen Kontakten.
Virtuelle Gemeinschaften schaffen
Viele Konsumenten hegen heute den verstärkten Wunsch, Teil einer virtuellen Gemeinschaft zu werden – ohne jedoch deshalb zu viele Freiheiten aufgeben zu müssen. Für dialogorientierte Unternehmen bietet diese Entwicklung eine große Chance. Denn künftig werden sich Verbraucher noch stärker in temporären Gemeinschaften auf Onlineplattformen von Anbietern zusammenfinden (Social Networking).
Diese interessegeleiteten Gruppen (Onlinecommunitys), von klassischen Dialogmaßnahmen gesteuert und unterstützt, beschäftigen sich zumeist mit einem bestimmten Thema, etwa Ernährungs- und Gesundheitsfragen, Hobbys oder populären Produkten wie dem iPhone. Als Anbieter solcher Communityplattformen haben Unternehmen auch bessere Chancen, am Dialog unter Kunden zu partizipieren.
Trendspot: Interkulturelle Zielgruppen
„Dass die Kommunikation mit interkulturellen Zielgruppen immer relevanter wird, liegt zum einen an deren Kaufkraft von insgesamt 120 Milliarden Euro, die fast vollkommen für den deutschen Markt bestimmt ist. Zum anderen haben interkulturelle Zielgruppen eine junge Bevölkerungsstruktur. In Deutschland leben derzeit rund elf Millionen Kinder und Jugendliche, ein gutes Drittel davon hat ausländische Wurzeln.
Wir sprechen hier zudem über eine Zielgruppe, die deutlich stärkeren Wert auf Marken legt als vergleichbare rein deutsche Zielgruppen. Diese Konsumenten sind für Dialogmaßnahmen besonders dann aufgeschlossen, wenn man sie in ihrer Sprache anspricht.“
Umut Karakas
Geschäftsführerin, Data 4U – Gesellschaft für Kommunikationsforschung, Berlin







