Dabei können viele Unternehmen, darunter auch große Markenartikler, mit dem Begriff Nachhaltigkeit gar nicht mehr bis zu ihren Zielgruppen vordringen, hat das Institut nachgewiesen. Anders dagegen der Babykosthersteller Hipp: Seine Argumentation mit dem Wort Nachhaltigkeit kann überzeugen, weil er 100-prozentig zum Markenkern passt.
Konkrete Aktivitäten als Belege für Markenversprechen
Wird ein magisches Unternehmenswort gewählt oder neu geschaffen, sollte der Begriff mit konkreten Aktivitäten zu belegen sein, rät Weßner. Die Quirin Bank etwa hat ein Geschäftsmodell entwickelt, das den Interessenkonflikt zwischen Kunde und Bank auflösen soll. Wortkreationen wie Erfolgspartnerschaft oder Honorarberater erklären das Konzept faktenorientiert in Broschüren und Mailings. Denn, so die Erfahrung der Quirin Bank: Was sich nicht belegen lässt, glaubt kein Kunde.
Nicht immer allerdings müssen es positiv assoziierte Wörter sein, die den Unternehmenstext erfolgreich machen: Wörter wie Geiz oder blöd treffen sicher nicht den Geschmack aller Zielgruppen, aber in Claims wie „Geiz ist geil“ oder „Ich bin doch nicht blöd“ haben sie ihre Wirkung keinesfalls verfehlt.
Wenn Wörter ein gutes Gefühl auslösen ...
Die Beispiele zeigen, dass magische Wirkung auch eine Zielgruppenfrage ist. Wenn das exklusive Münchner Hotel Bayerischer Hof seine Gäste „Mit dem größten Vergnügen“ begrüßt, hat der Begriff Vergnügen bei der kultivierten Klientel sicher eine andere Bedeutung als in spaßorientierten jungen Zielgruppen.
Gut ist, wenn Unternehmen glaubhaft mit Wörtern werben können, die bei fast allen Menschen ein gutes Gefühl auslösen: Juwelier Christ verspricht „Momente des Glücks seit 1863“ und bedient damit gleich mehrere magische Hebel: Momente evozieren die Einzigartigkeit eines persönlichen Erlebnisses, Glück ist per se erfreulich, und der Verweis auf Tradition rundet den Dreiklang des Claims ab und schafft so positiven Kontakt zwischen Marke und Kunde.
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