Mit Umweltschutz lässt sich punkten: Das haben die Marketer des regionalen Energieanbieters KVV Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH schon festgestellt. Vertriebener Strom und Gas werden klimaneutral hergestellt, und auch seine Mailings verschickt das Unternehmen umweltfreundlich. Ein nachhaltig wirksamer Auftritt: Die Kunden honorieren das Engagement für ökologische Produkte und klimaneutrale Kommunikation mit hoher Loyalität.
Grüner Dialog auf Erfolgskurs
Dass Mailings, die „grün“ produziert und transportiert werden, Themen wie Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit glaubwürdig vermitteln können, hat bereits /DIREKT+ 03/2008 gezeigt (hier geht's zum PDF, hier geht's zum Webartikel). Und mittlerweile setzen immer mehr Unternehmen auf klimaneutrale Kommunikation. Sie lassen ihre Werbemittel und Produkte nicht nur umweltfreundlich herstellen, sondern auch CO2-neutral zum Kunden transportieren. Unter den umweltbewussten Unternehmen sind dabei nicht nur große Player wie ADAC und Allianz, sondern auch regionale Anbieter wie die Bonifatius-Druckerei Paderborn.
Umweltbewusstsein entwickelt sich zu einem festen Bestandteil von unternehmerischer Strategie und Operation. „Engagements im Sinne der Nachhaltigkeit werden von unseren Zielgruppen, insbesondere der jüngeren Generation, mehr und mehr wahrgenommen – und werden die Kaufentscheidung in Zukunft noch stärker beeinflussen“, sagt auch Horst Jarkovsky, Verlagsleiter des Focus Magazin Verlags, der kürzlich auf klimaneutralen Zeitschriften- und Briefversand umgestellt hat.
Plattform Dialogmarketing
Getreu der Losung „Tue Gutes und rede darüber“ darf nachhaltiges Wirtschaften deshalb nicht im Verborgenen passieren. Kommunikation spielt eine wichtige Rolle bei der Durchsetzung nachhaltigen Gedankenguts, betont Alexander Rossner, Geschäftsführer des Beratungshauses ClimatePartner.
Will ein Unternehmen zeigen, dass man es mit dem Umweltengagement ernst meint, bietet Dialogmarketing eine wirksame Plattform. Denn hier gibt es viele Möglichkeiten, naturgerecht zu arbeiten, sei es bei der klimaneutralen Herstellung von Printprodukten oder beim umweltfreundlichen Versand. Selbst E-Mail-Marketing kann über Provider, die energieeffiziente Server und Ökostrom verwenden, abgewickelt werden.
„Wenn ein Unternehmen das Engagement richtig in seine Kommunikationsstrategie einbindet, hat dies sehr positive Effekte in der Außenwirkung“, so die Erfahrung von Rüdiger Maaß, Geschäftsführer Fachverband Medienproduktioner. Doch Vorsicht: Wenn Unternehmen allein um der Werbewirkung willen auf Klimaschutz setzen und ihr Engagement nicht ernst nehmen, besteht ein Glaubwürdigkeitsproblem, das negative Folgen für das Firmenimage haben kann.
Bessere Umweltbilanz dank Logistikoptimierung
Eine der wirksamsten Stellschrauben für die verbesserte Umweltbilanz ist die Logistik. Der Transportsektor verursacht 14 Prozent des globalen CO2-Ausstoßes. Als eines der weltweit führenden Post- und Logistikunternehmen hat deshalb die Deutsche Post DHL vor zwei Jahren mit GoGreen ein eigenes Klimaschutzprogramm aufgelegt. Ziel: Bis 2012 soll die CO2-Effizienz des Konzerns im Vergleich zu 2007 um zehn Prozent verbessert sein – bis 2020 um 30 Prozent.
Das heißt, dass für jeden transportierten Container, für jeden Brief sowie für jeden Quadratmeter Betriebsfläche der Ausstoß von CO2 gesenkt werden muss. Dazu entwickelt der Konzern Strategien, die globalisierten Warenströme nachhaltig zu organisieren sowie Verkehrsträger effektiv zu kombinieren, alternative Kraftstoffe und Hybridtechnologien einzusetzen, die Auslastung zu optimieren und nicht zuletzt die Mitarbeiter zum Energiesparen anzuregen.
Lösungen für Kunden: Messen, reduzieren, ausgleichen
Um auch Kunden bei der Verbesserung ihrer Klimabilanz zu unterstützen, hat DHL Neutral Services die Aufgabe, Strategien zur CO2-Reduktion zu entwickeln und umzusetzen. Die Lösungen sehen zum Beispiel das Optimieren von Logistikketten
und Maßnahmen zur Emissionsminderung vor. Dazu gehören auch die Wärmedämmung von Lagerstätten, maximal ausgelastete Transportnetze und energieeffiziente Transportmittel.
Außerdem bietet die Deutsche Post ihren Kunden an, die beim Transport entstandenen CO2-Emissionen auszugleichen. Das „Carbon Management“ erfasst die Emissionen als eine Art Lastschrift und neutralisiert diese über international anerkannte Klimaschutzprojekte – wie ein Wasserkraftwerk in Brasilien, ein Biomassenprojekt in Indien und ein Windpark in China.
Denn das Konzept von GoGreen basiert auf einer Drei-Faktoren-Methode aus Messen, Reduzieren und Ausgleichen. „GoGreen ist meinem Eindruck nach eine bekannte und einfache Form der Umsetzung von Klimaneutralität in Deutschland“, lobt Alexander Rossner vom Beratungsunternehmen ClimatePartner.







