Galerie erfolgreicher Claims und Slogans

 

Die Markenkommunikation über Claims ist in einigen Fällen so attraktiv, dass die besten Markensprüche in den allgemeinen Sprachgebrauch übernommen werden. /DIREKT+ hat einige erfolgreiche Beispiele zusammengestellt.
 

zurück

Baldessarini: "Seperates the men from the boys."



Mit seinem 2002 von Spirit entwickelten Slogan setzt Baldessarini auf Internationalität und auf eine selbstbewusste Zielgruppe: Das Parfüm unterscheidet Männer von Jungen. Mit Charles Schuhmann wurde ein charakterstarkes Werbegesicht gewählt.

Zu Baldessarini

Bluna: "Sind wir nicht alle ein bisschen Bluna?"



Der Slogan für die Limonade ist eine Entwicklung der Agentur Jung von Matt (1995) und hat es zu einigem Ruhm gebracht, war schnell in den Köpfen verankert: Während und nach der Kampagne haben sich Mitmenschen oft diese Frage gestellt und damit kleine Verrücktheiten charmant entschuldigt.

Zu Bluna

BMW: "Freude am Fahren."


Zu einem Evergreen verspricht der Slogan des Automobilherstellers BMW zu werden. "Freude am Fahren." ist bereits seit 1969 im Einsatz und hat alles, was ein guter Slogan braucht: drei Wörter, ein alliteratives Element, Prägnanz und Verständlichkeit. Bei der Formulierung von BMW steigen Empfänger sofort ein.

Zu BMW

Calgon: "Waschmaschinen leben länger mit Calgon."

Bereits 1980 von Arge/TSF entwickelt klingt der Slogan vielen Kunden heute noch im Ohr. Dass ein so unhandliches Wort wie "Waschmaschine" hier funktioniert, ist vor allem der Komposition zu verdanken, die den Slogan zum Wasserenthärter über eine eingängige Melodie leicht erinnerbar macht.

Zu Calgon

Campari: "Campari. Was sonst."


Die Besinnung auf das Wesentliche, die Namensmarke, macht den Slogan von Campari aus. Die Frage "Was sonst?" wird zur Aussage, die mögliche Alternativen zu dem alkhoholischen Aperitif, der 1860 von Gaspare Campari erfunden wurde, ausschließt.

Zu Campari

ebay: "3... 2... 1... meins!"


Das Online-Verkaufsportal hat das Ersteigern von Produkten zum sportlichen Wettbewerb gemacht. Der dynamische Slogan "drei zwei eins meins!" (2003, Jung von Matt) nimmt das Bild auf und verbindet den Start (3... 2... 1...) direkt mit dem Ziel (meins!).

Zu ebay

FAZ: "Dahinter steckt immer ein kluger Kopf."



Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat mit dem 1967 von Scholz & Friends entwickelten Slogan der Doppeldeutigkeit zum Erfolg verholfen. Denn hinter der Zeitung steckt der kluge Kopf des Journalisten sowie der des Lesers. Hier im Bild: Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki.

Zur FAZ

Fielmann: "Brille: Fielmann"

Produktgruppe und Namensmarke können kaum direkter assoziiert werden als im Slogan von Fielmann. Von Conrad / Gley / Thieme 1980 entwickelt ist der Slogan noch immer top-aktuell und absolut eingängig.

Zu Fielmann

Haribo: "Haribo macht Kinder froh."

Ein Klassiker der Süßwarenbranche hat bereits 1935 seinen eigenen Slogan entwickelt: "Haribo macht Kinder froh" Erweitert wurde er 1962 um "und Erwachsene ebenso." Der Reim (froh - ebenso) verleiht dem Slogan Gedichtcharakter, die eingängige Melodie unterstützt dies.

Zu Haribo

IKEA: "Entdecke die Möglichkeiten."

Da das Möbelhaus IKEA seine Kunden durch Kataloge sowie ein großes Angebot vielfältig kombinierbarer Produkte vor Ort anregt, trifft der Slogan von 1985 ins Schwarze. Ein Nachfolger "Wohnst Du noch oder lebst Du schon?" wurde zwar viel zitiert, ist aber in seiner Kernaussage schwer verständlich.

Zu IKEA

Kitekat: "Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch."

Der erfolgreiche Slogan, 1982 von Scholz & Friends entwickelt, spricht Kernwerte wie Gesundheit und Freude direkt sowie Liebe und Zuneigung indirekt an. Clever: Den Transfer der Aussage auf das Katzenfutter muss der Empfänger selber leisten. Das trägt zur Glaubwürdigkeit bei.

Zu Kitekat

Maggi: "Das wissen selbst die Kinderlein - mit Maggi wird die Suppe fein."

Dieses frühe Beispiel eine gedichteten Slogans wurde 1886 von Frank Wedekind erfunden. Der Schriftsteller, Journalist und Schauspieler arbeitete auch eine Zeit lang Chef der Werbeabteilung von Maggi.

Zu Maggi

Malteserkreuz: "Man gönnt sich ja sonst nichts."



Es gab eine Zeit, in der der Volksmund jeden kleinen Luxus mit den Worten begründete: "Man gönnt sich ja sonst nichts." Der 1985 von FCB Wilkens für Malteserkreuz (Aquavit) entwickelte Slogan erwies sich auch bei Abstinenzlern als sehr erfolgreich.

Zu Malteser (Aquavit)

Mars: "Mars macht mobil, bei Arbeit, Sport und Spiel."

Die Generation der 70er und 80er Jahre hat den Song noch im Ohr: "Mars macht mobil, bei Arbeit, Sport und Spiel." Ohne dynamisierende Melodie hätte der lange Slogan von D'Arcy / MacManus (1975) kaum so gut funktioniert.

Zu Mars

Michelin: "Unser Fortschritt bringt Sie weiter."



Der Reifenhersteller Michelin sorgt dafür, dass Kunden in Bewegung kommen und bleiben. Sein Slogan aus dem Jahr 1998, "Unser Fortschritt bringt Sie weiter.", verbindet geschickt den technischen Fortschritt mit dem dynamischen Weiterfahren. Heute ist der Slogan verkürzt auf: "Wir bringen Sie weiter."

Zu Michelin

Nike: "Just do it."


Weniger eine Aussage über die Sportartikel von Nike als vielmehr Ausdruck einer Lebenseinstellung hat sich "Just do it." schnell als erfolgreicher Slogan etabliert. Entwickelt wurde er 1988 von Wieden + Kennedy.

Zu Nike

Nokia: "Connecting People."


Mehr als Telefonieren verspricht Handyanbieter Nokia: Die mobile Kommunikation verbindet Menschen. Der Claim, 1994 von Grey entwickelt, lässt neben der sozialen Komponente Raum für eigene Assoziationen.

Zu Nokia

Persil: "Da weiß man, was man hat."

Mit diesem Claim vertraut der Hersteller darauf, dass der Empfänger bereits positive Erfahrungen mit dem Waschmittel gemacht hat. Ansonsten weiß man eben nicht, was man nicht hat. Ein spielerischer Claim, der vieles offen lässt, aber noch immer sehr erfolgreich ist.

Zu Persil

Schwartau (Extra): "Das erste Extra des Tages"

Wem das Aufstehen in der Früh schwer fällt, der kann vielleicht mit einem Versprechen an den Frühstückstisch gelockt werden: Was sich neben der Produktmarke konkret hinter dem "ersten Extra des Tages" verbirgt, muss der Empfänger allerdings selbst erschmecken.

Zu Schwartau (Extra)

Toyota: "Nichts ist unmöglich."

Euphemismen ist mit Vorsicht zu begegnen, denn ebenso wie bei der Aussage "Alles wird gut" wird jeder kritische Mensch die Stichhaltigkeit des Toyota-Slogans "Nichts ist unmöglich" in Zweifel ziehen. Dennoch hat er sich schnell und erfolgreich in den Köpfen der Kunden festgesetzt.

Zu Toyota

VR-Banken: "Wir machen den Weg frei."

Unterstützt durch eine klare Bildsprache, die den freien Weg zum Horizont zeigt und Hindernisse beiseite schiebt, fasst der Slogan der Volks- und Raiffeisenbanken den Wert von Service und Finanzleistung in eine wirkungsvolle Symbolik.

Zu den VR-Banken
vorwärts

Markensprache: Slogans im Dialog

Das Dialogmarketing bietet für den Einsatz von Claims und Slogans weiterführende Gestaltungsmöglichkeiten: Statt einzig als dezenter Abbinder unterhalb des Markenlogos aufzutreten, kann hier die textliche Markenpositionierung – etwa in Layout und Bildhaftigkeit – plakativer und im Stil einer Überschrift präsentiert werden. „Dialogmarketing ist oft eine Zuspitzung der Kampagneninhalte“, sagt Alexander Windhorst, Geschäftsführer Kreation bei Serviceplan Brand One.

Was macht einen guten Claim aus?

„Milka, die zarteste Versuchung“ oder „Haribo macht Kinder froh“ sind Erfolgsclaims, die aus dem Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken sind. „Claims sind Gedächtnisstütze und Kernbotschaft zugleich, eine Eselsbrücke, um die Marke und deren Hauptnutzen ins Bewusstsein der Konsumenten einzubrennen“, erklärt Achim von Kirschhofer, der als Geschäftsführer von Imas International seit Jahren die Wirksamkeit von Werbesprüchen untersucht.

Claims sollten demnach kurz, aussagekräftig und leicht zu merken sein. Sie müssen dabei zugleich unverwechselbar und glaubwürdig Marken- und Produkteigenschaften kommunizieren, die das Unternehmen auch wirklich bietet. „Claims dürfen keine aufgeklebten werblichen Etiketten sein, die vom Unternehmen nicht ernst genommen werden“, mahnt Peter Wippermann vom Trendbüro Hamburg.

Bewährte Tipps für Claims

Die Markenwelt eines Unternehmens in einer kurzen, prägnanten Aussage auf den Punkt zu bringen ist keine leichte Aufgabe. „Stell dir vor, die Marke, für die du arbeitest, wäre ein Mensch – wie würdest du diesen Menschen in einem Halbsatz treffend und originell beschreiben?“, fragt Winfried Bergmann rhetorisch. Am besten funktioniert dies über vertraute Sprache, sagt der Geschäftsführer Kreation Serviceplan Dritte Werbeagentur. Bewährte Techniken sind Reime, Alliterationen, Metaphern oder bekannte Redewendungen.

Ein Claim sollte dabei möglichst nur aus drei Wörtern bestehen wie „Freude am Fahren“ oder „Geiz ist geil“, empfiehlt Imas-Chef von Kirschhofer: „Sinnvoll ist es, die maximale Länge einer physiologischen Eigenheit unseres Gehirns anzupassen, dem sogenannten ,Gegenwartsfenster‘.“ Dies ist der Zeitraum, den der Mensch subjektiv als Gegenwart, als Jetzt begreift. Dieser Zeitraum ist nach Erkenntnissen der Wahrnehmungspsychologie drei Sekunden lang – jenseits davon liegen Vergangenheit und Zukunft.

"Claims und Slogans dürfen keinesfalls aufgeklebte Werbeetiketten sein, die vom Unternehmen nicht ernst genommen werden."

Peter Wippermann,


Gesellschafter, Trendbüro

Übertragen auf die Länge von Werbesprüchen, bedeutet das: Claims aus nur einem Wort sind zu kurz, um eine eindeutige Assoziation zwischen Marke und Slogan herzustellen, sagt Marktforscher von Kirschhofer. Bei Verwendung mehrerer Wörter sollte der Claim phonetisch klingen oder singenden Charakter haben – wie „Wenn’s um Geld geht – Sparkasse“ oder „Waschmaschinen leben länger mit Calgon“.

  • PDF downloaden
  • Ausdrucken
  • Artikel weiterempfehlen

Bewertung wird gesendet...
Durchschnittliche Bewertung: 4.8 von 5
Vergeben Sie Sternchen für diesen Artikel.
Anzahl der abgegebenen Stimmen: 5

Interview Enzo V. Prisco

Erfolgreiche Strategien für Claims und Slogans nennt der Experte für Kommunikation und Design Enzo V. Prisco im Gespräch mit /DIREKT+.

Zum Interview

Slogans Step by step

Wie Sie Schritt für Schritt zu erfolgreichen Claims und Slogans kommen und welche Faktoren wichtig für die Kommunikation von Marken sind, verrät die Checkliste von /DIREKT+.

Interview Alexander Hahn

Alexander Hahn, Gründer von Slogans.de, informiert im Interview über die Charakteristika von erfolgreichen Slogans und zeigt, wie sich Marken mit Slogans etablieren und verjüngen können.

Zum Interview

Buchtipp

Über Erfolgsfaktoren im Dialogmarketing informiert das gleichnamige Buch von Markus Krummenerl. Die erste Auflage (2005) ist zur kostenlosen Ansicht bei books.google.de verfügbar.

Mailing-Beratung

Hier hilft Ihnen die Post gerne weiter.

Info-Services ...